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Die Gemeinde - June 01, 2000

JTA – DAS JÜDISCHE THEATER ÖSTERREICHS

AUFZEICHNUNGEN üBER DIE GENESE EINER KULTURELLEN RESTITUTION.

[English translation is forthcoming.]

Noch ist die neue Synagoge von Graz nicht eröffnet. Sie steht da als ein großer Backsteinblock.

Noch immer halb verhängt und vom Baugerüst umstellt harrt sie der Menschen, die sie bald beleben sollen. Lange ist die Stelle, an der im November 1938 die alte Synagoge niedergebrannt wurde, leer geblieben. Viel Gras ist inzwischen über Asche und Trümmer gewachsen, über die Geschehnisse der Reichskristallnacht und darüber, dass in dieser Stadt einst ein blühendes jüdisches Leben existiert hat. Auch die neue Synagoge scheint vielen Grazern nichts anderes zu sein als ein Denkmal, ein Mahnmal vielleicht, das an einstige Verbrechen erinnert, ein Haufen symbolischer Mauern. Doch sollen und werden vielmehr diese Mauern ein belebtes Gotteshaus bilden und ein sichtbares Zeichen dafür, dass jüdisches Leben auch hier existiert, ein Zentrum jüdischer Religiosiät, das für die ganze Kultur dieses Landes einen Neubeginn markiert.

Mit der Eröffnung der Synagoge und der Wiederkehr jüdischer Kultur in Österreich ist ganz eng die Gründung des Jüdischen Theaters Austria verknüpft. Mit seiner ersten Premiere im November 2000 will das Theater in aller Feierlichkeit Anteil an diesem Ereignis nehmen. Von da an wird es als Wandertheater kontinuierlich seinen Beitrag zum kulturellen Geschehen in- und außerhalb Österreichs liefern, um so das Leben hier durch ein spezifisch jüdisches Theater zu bereichern und um zu verhindern, dass eine Kultur, die ganz Europa maßgeblich geprägt hat, im Hier und Jetzt vergessen wird.

Theater ist ein vitales, ein vielseitiges und sehr kommunikatives Medium. Nicht nur die Sprache erwacht auf der Bühne zu neuem Leben, auch Musik und Tanz sowie die Kraft der Bilder sind in dieser Kunst verschmolzen. Dieses spezifische Ausdruckspotenzial soll genutzt werden, um mit der nicht-jüdischen Welt in Austausch zu treten und durch die Inszenierung von Stücken jüdischer Autoren, die sich mit ihrem Jude-Sein auseinandersetzen, die vielschichtige jüdische Identität erfahrbar zu machen. Durch die gegenwärtige politische Situation in diesem Land wird ein solches Vorhaben sicher nicht erleichtert, doch gewinnt es an Brisanz. Das herrschende Klima der gesellschaftlichen Polarisierung, in dem Feindbilder, Vorurteile und zweifelhafte Ideologien besser gedeihen denn je, zeigt auf, wie wichtig es ist, der wiederkehrenden Stimmung der Intoleranz und deren Verharmlosung entgegenzutreten. Das Reden über "die Juden" darf nicht jenen überlassen werden, die Stereotype zementieren und so einen latenten Antisemitismus schüren. Das Jüdisches Theater Austria kann in dieser Situation mehr sein als nur eine kulturelle Bereicherung für Österreich, es wird Bewusstsein- und Aufklärungsarbeit tätigen, es wird aufhorchen lassen, Augen öffnen und eine Begegnung der Kulturen jenseits politisch breitgetretener Floskeln verwirklichen.

Jüdisches Theater ist keine Erfindung unserer Zeit, auch wenn diese dringlich nach einem solchen verlangt. Mit der Vertreibung der Juden und der Zerstörung ihrer Gotteshäuser wurden auch ihre Künstler vertrieben und ihre Theater zerstört. Zumindest in Wien hat einst eine rege Szene jüdischen und jiddischen Theaters existiert, von der kaum mehr geblieben ist als ein Hauch Erinnerung – "Verloschene Sterne", wie Brigitte Dalinger in ihrem gleichnamigen Buch bezeichnend feststellt. Viele jener Künstler sind emigriert und haben in den USA und anderswo die Tradition des jüdischen Theaters am Leben erhalten und fortgeführt. Vielleicht ist es daher kein Zufall, dass es ein amerikanischer Theatermacher ist, der das jüdische Theater wieder nach Österreich zurückbringt. Warren Rosenzweig war in Brooklyn, New York, Direktor des BACA Dowtown Theater und hat sich in Deutschland und Österreich einen Namen als Autor und Regisseur unterschiedlichster Stücke gemacht, denen neben bemerkenswerter künstlerischer Innovation vor allem ein hoher moralischer Anspruch gemein ist. Erst das Leben in Österreich hat ihm das Bewusstsein der Notwendigkeit vermittelt, hier und heute als Jude ein jüdisches Theater ins Leben zu rufen.

Dieses Bewusstsein hat unterdessen weite Kreise gezogen. Das Jüdische Theater Austria zählt bereits über hundert Mitglieder, Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, Simon Wiesenthal und Joshua Sobol teilen sich die Ehrenmitgliedschaft. Darüber hinaus genießt das Projekt eine außerordentlich große gesellschaftliche Unterstützung. Zahlreiche aktive Künstler aus dem In- und Ausland, die voller Idealismus hinter dem Projekt stehen, garantieren Internationalität, ein ausgezeichnetes Niveau und exzellente Besetzungen. Wer sich davon überzeugen möchte, hat am 17. Juni im Jüdischen Museum Wien (um 23.00) eine erste Gelegenheit die Arbeit des JTA zu beschnuppern. Dort wird Arthur Millers Zwischenfall in Vichy als Staged Reading Performance gebracht. Millers Stück erzählt eine beklemmende Geschichte über die rassistischen Verbrechen der deutschen Besatzungsmacht in Frankreich. Es führt uns sehr verschiedene Menschen vor, die alle nur der Umstand verbindet, dass sie verhaftet wurden, ohne zu wissen weshalb, und es stellt die Frage nach der Rolle jedes Einzelnen, der Opfer, der Täter und der Zuseher.

JTA erzählt von der Geschichte und vom Leben aus der Perspektive der Juden, es gewährt in seinen Produktionen Einblicke in eine Welt, die dem gewöhnlichen Theaterbesucher, dem einfachen Informationskonsumenten und Zeitungsleser verschlossen bliebe, eine Welt, die, verborgen hinter den Mauern der Synagoge nicht jedem zugänglich ist. Es werden jene, die diese Mauern nie von innen gesehen haben, mit anderen Augen an ihnen vorübergehen und begreifen, dass eine neue Synagoge viel mehr ist als ein Mahnmal: Ein Stück Heimat in der Diaspora.

Gottfried Hermann

© 2000 Die Gemeinde

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